Jack Russell Terrier Charakter und Wesen
Jack Russell Terrier Charakter und Wesen: Was ist typisch Jack Russell?

Jack Russell Steckbrief

Vor der Anschaffung eines Hundes sollte immer dessen Einsatz berücksichtigt werden. Das gilt ganz besonders für Rassehunde, da diesen neben dem charakteristischen Aussehen immer auch spezielle Wesenszüge angezüchtet werden.

Gerade kleine Hunde wie der Jack Russell Terrier werden dabei oftmals völlig fehlinterpretiert. Der Russell Terrier ist wie alle Terrier eine Hunderasse, die als Jagdhund gezüchtet wurde. Dementsprechend ist auch der Charakter geprägt. Selbstverständlich eignen sich solche Hunde durchaus als hervorragende Familienhunde, solange die Haltung des Hundes seinem Wesen entspricht.


Die Größe vom Jack Russell Terrier

Jack Russell Charakter
Der Jack Jack Russell hat ein sehr großes Ausdauervermögen.

Nach der FCI ist der Jack Russell Terrier ausschließlich der aus Australien stammende, kleinere Russell Terrier ein anerkannter Jack Russell Terrier. Sein Körper ist lang, die Beine sind kurz. Im Ruhezustand darf die Rute nach unten hängen, beim Gehen sollte sie selbstbewusst nach oben getragen werden. Durch einen auffälligen Brustumfang strahlt der Russell Terrier Kraft und Stärke aus. Auch der restliche Körperbau ist muskulös.

FCI Standard No 345 Jack Russell Terrier
FCI Standard No 345 Jack Russell Terrier

Die Wiederrishöhe des Jack Russell Terriers beträgt zwischen 25 und 30 cm. Das Gewicht sollte, der angegebenen Größen entsprechend zwischen fünf und sechs Kilogramm liegen.

Der Umfang des Brustkorbs beträgt ebenfalls abhängig von der Höhe des Terriers zwischen 40 und 43 cm. Das Fell ist entweder glatt, rau oder stichelhaarig. Weiß dominiert das gesamte Fell (mindestens 51 Prozent), Abzeichen sind in Braun, Schwarz und von Isabell bis Lohfarben gestattet. Auch dreifarbig (Tricolor) ist erlaubt. Die Ohren sind von mittlerer Länge und hängen. Im Hängen sehen sie v-förmig aus.


Das Wesen vom Jack Russell Terrier

Zunächst ist der Jack Russel Terrier wie alle Terrier ein Gebrauchshund, nämlich ein Jagdhund. Nicht nur die Form des Terriers entspricht dabei den bevorzugten Jagdeinsätzen, ebenso das Wesen.

Jack Russell Wesen
Ein großer Teil vom Jack Russell Wesen ist durch seine Jagdzucht geprägt.

Beim Jack Russell Terrier bedeutet das ein stattliches Selbstbewusstsein, gefolgt von hoher Aufmerksamkeit und Beherztheit. Sie sind sehr lernfähig, unerschrocken und von hoher Ausdauer geprägt. Der allgemeine Wesenszug ist ausgesprochen freundlich, aber lebhaft aktiv.

Dieses hohe Maß an Aktivität ist es auch, das den Jack Russell als

Jack Russell Steckbrief
Jack Russell Steckbrief: selbstbewusst, lernfähig, unerschrocken, ausdauernd, freundlich, lebhaft

Familienhund so beliebt macht. Zudem sind sie ihrem Besitzer oder ihrer Familie gegenüber sehr loyal. Das äußerst sich einerseits im ständigen Suchen nach Kontakt zum Hundeführer bzw. der Familie.

Andererseits besteht aber auch ein ausgeprägtes Schutzverhalten, das heißt, Hundeführer oder Familie werden verteidigt, was im Verbellen anderer Hunde öfter deutlich wird. Außerdem sind die intelligenten Vierbeiner für jeden Spaß zu haben und ausgesprochen kinderfreundlich. Dennoch ist der Jack Russell Terrier besonnen und begibt sich nicht blindlings in eine Gefahrensituationen.

Vereint mit dem gehörigen Selbstvertrauen kommt man schnell zu dem Schluss, dass der Jack Russell Terrier durchaus der Meinung ist, ein großer Hund zu sein. Allerdings kommt auch die Ausdauer nicht von ungefähr, daher können die Terrier auch zu Sturheit neigen. Folglich benötigt der Jack Russell Terrier eine strenge, beherzte Führung und eine gute Erziehung.

Was ist typisch Jack Russell Terrier?

  • selbstbewusst
  • aufmerksam
  • intelligent
  • besonnen
  • lernfähig
  • unerschrocken
  • legt sich durchaus mit größeren Hunden an
  • ausdauernd
  • freundlich
  • aktiv
  • lebhaft
  • jagdlich ambitioniert
  • kinderfreundlich
  • zeigt Schutzverhalten
  • loyal
  • wasseraffin
  • leicht größenwahnsinnig

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Der Jack Russell Terrier als Jagdgebrauchshund

Jack Russell als Jagdhund
Jack Russell als Jagdhund im Bau.

Der Jack Russell besitzt große Ausdauer, er wurde gerne für Treibjagden eingesetzt. Außerdem ist er ein ausgezeichneter Totsucher und aufgrund seines Körperbaus gut zum Stöbern im Bau geeignet.

Seine große Passion für das Wasser ist besonders bei der Jagd auf Federwild ein Vorteil. Jagdbegleithundeprüfungen legt der Jack Russell Terrier mit Bravour ab. Bei einem Einsatz als Jagdgebrauchshund ist das Kupieren der Rute gestattet aber nicht zwingend nötig.

Jagdtrieb und Antijagdtraining

Machen wir uns nichts vor. Der Jack Russell ist ein waschechter Jagdhund und erledigt seine ihm ursprüngliche Arbeit mit Bravour. Dies stellt nicht jagdlich ambitionierte Halter mitunter vor Herausforderungen. Wer möchte schließlich, dass der Jack Russell einem Hasen folgt und dann in dessen Bau verschwindet? Oder wer will seinen Terrier stundenlang im Wald suchen, weil dieser eine Fährte aufgenommen hat? 

Der Jagdtrieb sollte früh in geregelte Bahnen gelenkt werden. Dabei können Hundeschulen Dir mit Anti-Jagd-Training hilfreich zur Seite stehen. Hier geht es vor allem um die Impulskontrolle und das “kontrollierte” Jagen. Zum Beispiel beim Dummytraining oder Nasenarbeit. So kann der Hund seine Instinkte ausleben, aber in einem festgesetzten Rahmen und nur, wenn er die Freigabe von Herrchen oder Frauchen erhält. 


Für wen ist der Jack Russell der perfekte Hund?

Der Jack Russell ist eine sehr agile und lauffreudige Rasse. Er braucht zwar nicht zwingend ein großes Haus mit Garten, aber seine Menschen sollten sich viel und gerne bewegen. Er ist am liebsten immer mit von der Partie und erweist sich dabei als besonders ausdauernd. Als Joggingbegleiter ist der Jack Russell darum ein Spitzenkandidat. Er ist flink und schnell und selbst neben dem Pferd oder Fahrrad macht er eine gute Figur. Vorausgesetzt, das Tempo wird dem Vierbeiner angepasst und der Tierarzt gibt sein Okay.

Wer sich für den Hundesport interessiert kommt mit dem Wirbelwind ebenfalls auf seine Kosten. Die Rasse eignet sich für eine vielzahl an Sparten und ist dabei sehr erfolgreich.

Übrigens kommen nicht nur aktive Singles mit dem Terrier auf ihre Kosten. In einer Familie fühlt der Jack Russell sich ebenso wohl. Er ist verspielt und kinderlieb und wird die Aufmerksamkeit lieben. Der zweibeinige Nachwuchs ist dabei im Idealfall bereits etwas größer. 

Wer sich für einen Jack Russell entscheidet, sollte Konsequenz mitbringen. Die Erziehung gestaltet sich nicht so einfach wie bei anderen Rassen, da Eigenständigkeit, Mut und Selbstbewusstsein Zuchtziele der Rasse darstellen. Besitzer haben darum am besten bereits Hunde- oder besser noch Jagdhunderfahrung. 


Sein Einsatz in der Familie

Jack Russell als Familienhund
Jack Russell als Familienhund

Als Anfängerhund ist der Jack Russell Terrier nicht unbedingt geeignet, da er eben etwas Erfahrung und Durchsetzungsvermögen fordert. Das ist seiner ursprünglichen Bestimmung als Jagdgebrauchshund geschuldet.

Ist der Jack Russell aber erst gut erzogen, gibt es kaum einen besseren Familienhund. Die Terrier gehören zu den langlebigen Rassen, ein Alter von bis zu 18 Jahren ist daher keine Seltenheit. Trotz der typischen Probleme jeder gezüchteten Hunderasse mit Erbkrankheiten handelt es sich beim Jack Russel Terrier um einen robusten, sehr gesunden Hund.

Kinder und Jack Russell Terrier – Eine gute Kombination?

Der Terrier ist ein toller Familienhund. Im Idealfall hat er bereits als Welpe Erfahrungen mit Babys und Kindern gemacht und ist freundlich und aufgeschlossen.

Obwohl es möglich ist, wenn Kinder mit dem Jack Russell gemeinsam aufwachsen, kann es für die Eltern doch recht stressig werden Zwei- und Vierbeinern gerecht zu werden und zu erziehen. Schön wäre daher, wenn die Kinder schon etwas größer sind.

So besteht für den Hund auch weniger Verletzungsgefahr, denn Welpen und kleinere Rasseexemplare können durchaus übersehen und zur Stolperfalle werden. Oder es wird dem Hundekind versehentlich beim Spielen wehgetan.  

Der Jack Russell ist loyal, seiner Familie sehr zugetan und anhänglich. Dabei kann die Rasse auch einen gewissen Schutzinstinkt an den Tag legen. Nicht umsonst wird gesagt, der Terrier sei ein guter Wachhund. Er ist aufmerksam, dabei jedoch ein Kläffer. Wenn der Terrier anschlägt, dann aus gutem Grund. 

Allerdings kann er durchaus verteidigen, wenn sich jemand Fremdes seiner Familie oder dem Nachwuchs (Kinderwagen) nähert. Da werden Fremde, Besucher oder auch andere Hunde verbellt. Dies kann bei inkonsequenter Erziehung evtl. zum Problem werden und es könnten auch brenzlige Situationen entstehen. Überhaupt hält der Jack Russell sich oft für einen viel größeren Hund und der furchtlose Terrier neigt ein wenig zu Größenwahn. Hier müssen dem Jackie ganz klar Grenzen gesetzt werden. Er ist nicht der Boss!


Wie hoch ist die Lebenserwartung eines Jack Russell Terriers?

Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Jack Russells liegt bei ca. 13-16 Jahren. Dies liegt über dem Durchschnitt in der Hundewelt und es gibt sogar Exemplare, die noch länger leben. 

Wie viele Lenzen Dein Hund aber tatsächlich einmal erreichen wird, lässt sich natürlich nicht voraussagen. Obwohl die Rasse sich guter Gesundheit erfreut, können Erbkrankheiten oder chronische Leiden ein Hundeleben durchaus verkürzen

Einige Faktoren eines gesunden und langen Jack Russell Daseins kannst Du als Besitzer aber durchaus beeinflussen. Beispielsweise solltest Du den Welpen bzw. Hund nur von einem seriösen Züchter erwerben. Es ist enorm wichtig, dass die Elterntiere frei von genetischen Leiden sind und sich auch sonst guter Gesundheit und Fitness erfreuen. 

Auch ein angemessener Lebensstil trägt viel zu einer hohen Lebenserwartung bei. Artgerechte Haltung, hochwertiges Futter und reichlich Bewegung sind Faktoren, die Du direkt beeinflussen kannst. Auch eine gute tiermedizinische Versorgung sollte sichergestellt sein. Dann kannst Du Dich viele tolle Jahre an Deinem Terrier erfreuen.


Gibt es Vorurteile gegenüber dem Jack Russell Terrier?

Jack Russell sind stur

Jein. Die Rasse wurde speziell für die Jagd gezüchtet und so war es wünschenswert, wenn die Tiere besonders eigenständig und besonnen handeln konnten sowie obendrein noch mutig waren. Denn der kleine Terrier stellt oder tötet durchaus auch Tiere, die um einiges größer sind als er. 

Wesenszüge, die bei der Jagd gewünscht sind, können Halter im Alltag aber vor Probleme stellen. Schaltet der Terrier bei Wildsichtung auf Durchzug und hört nicht mehr auf die Kommandos seines Besitzers, ist dies durchaus gefährlich. Anstatt zu behaupten, die Rasse sei stur, wäre es eher angebracht zu sagen, sie sei sehr selbständig. 

Es ist schwer, einen Jack Russell zu erziehen

Siehe Vorurteil Nummer 1. Die Eigenständigkeit kann es durchaus erschweren, den Hund zu erziehen. Oder besser: Es ist mehr Ausdauer und Konsequenz seitens des Besitzers gefragt, als bei so manch anderer Rasse. Während ein Labrador den “Will-to-please” besitzt und schnell lernt, ist es mit dem Terrier oft ein wenig mühsam. Sieht er keinen Sinn in einer Aufgabe, erledigt er sie eben nicht. Wird er von etwas abgelenkt, ist Herrchen oder Frauchen mitunter ebenfalls uninteressant. 

Doch keine Sorge. Wer von Anfang an klare Regeln aufstellt und konsequent trainiert und erzieht, wird mit einem absolut tollen Hund belohnt. Der Besitzer muss eben einen größeren Dickkopf haben als sein Terrier und einen längeren Atem beweisen. 

Freilauf ist bei der Rasse nicht möglich

Viele Jack Russell Besitzer berichten, dass sie ihren Terrier nicht von der Leine lassen können. Allzu schnell haben sie etwas Interessantes entdeckt und sind über alle Berge. Abrufbar? Fehlanzeige!

Doch es nicht unmöglich, dem Jackie Freilauf zu ermöglichen, den er so sehr liebt. Hier sollte allerdings von Anfang an konsequent trainiert werden. 

Beim Welpen ist dies noch denkbar einfach, denn diese haben den Folgetrieb und bleiben immer nah bei ihrem Rudel bzw. Menschen. Passen die Hundekinder einmal nicht auf, kann sich der Besitzer hinter einem Baum o.Ä. verstecken. Hier wird der Welpe (nach einer Schrecksekunde) schnell merken, dass er sich auf Herrchen konzentrieren muss. Denn er will den Anschluss ja nicht verlieren. 

Büxt der Jack Russell doch mal aus und entfernt sich zu weit, dann auf keinen Fall wild rufend hinterher laufen. Besser: Umdrehen und weggehen. Auch hier wird der Welpe es sich ganz schnell anders überlegen und zurück gerannt kommen. 

Außerdem sollte der Besitzer immer interessanter als die Umgebung sein. Darum nicht einfach nur “spazierengehen”, sondern zwischendurch für Action sorgen und immer etwas Leckeres in den Taschen haben. Auch ein Lieblingsspielzeug leistet gute Dienste. 

Abruftraining muss konsequent erfolgen. Von Welpenbeinen an. Auch Antijagdtraining kann helfen, den Jack Russell vom Streunen und Weglaufen abzuhalten. 

Bis der Rückruf solide sitzt, sollten Halter ihren Jack Russell besser an der (Schlepp-) Leine lassen oder zumindest in “interessanten” Gebieten (wie dem Wald) anleinen. 


Der Jack Russell als Therapiehund

Jack Russell als Therapiehund
Jack Russell als Therapiehund: Hilfe bei Einsamkeit und seelischen Störungen

Der Jack Russell hat einen entscheidenden Vorteil als Therapiehund: Er ist ausgesprochen niedlich. Dies allein reicht allerdings noch nicht, um als Therapiehund auf Menschen losgelassen zu werden. 

Hunde, die regelmäßig und reichlich Kontakt zu Patienten und anderen Menschen aller Altersklassen haben, müssen kontaktfreudig und ausgeglichen sein sowie über eine hohe Toleranzschwelle verfügen. Immerhin wird der Hund von vielen Menschen angesprochen, angefasst oder vielleicht sogar hochgehoben.

Es können auch ungewöhnliche Geräusche und Gerüche (z.B. im Krankenhaus) oder ein spezielles Umfeld (laute Schule) bei der Therapiehundearbeit vorhanden sein. Der Vierbeiner muss daher nervenfest sein und darf z.B. nicht ausflippen, weil ein Rollstuhl vorbeifährt oder ein Kind laut schreit. 

Der Vierbeiner muss die Basiskommandos im Schlaf beherrschen, gut abrufbar sein und einwandfrei auf sämtliche Befehle des Besitzers reagieren. Die Arbeit ist mental anstrengend und eine gewisse Ausdauer und Belastbarkeit ist darum unerlässlich.

Die kompakte Jack Russell Rasse hat den Vorteil, dass die Hunde intelligent sind, verspielt und sehr aktiv. Ein Rassevertreter kann durchaus auf den Schoß genommen oder auf ein Bett gesetzt werden. 

Eine solide Ausbildung und gute Teamarbeit mit dem Hundeführer sind unerlässlich. Zudem bedarf es einer Ausbildung zum Therapiehund und es steht auch eine charakterliche Prüfung vor dem Einsatz an. 


Die Persönlichkeitsentwicklung des Jack Russells

Ja, Jack Russell sind durchaus nicht ganz einfach zu erziehen. Sie besitzen zudem gewisse Grundeigenschaften und Wesenszüge, die rassetypisch sind. Allerdings lassen sich diese im Laufe des Lebens durchaus formen. Und hier kommt ganz klar der Besitzer ins Spiel.

Dieser sollte sehr viel Wert auf eine gute Erziehung und Sozialisation des Hundes legen. So können sich gewünschte Eigenschaften festigen und Zwei- und Vierbeiner zu einem guten Team zusammenwachsen. Dein Terrier kann nur so gut erzogen und verträglich sein, wie Du ihn werden lässt

Der Charakter lässt sich also (positiv sowie negativ) beeinflussen. Folgende Faktoren spielen dabei eine Rolle:

  • Erfahrungen als Welpe und Junghund. Erlebnisse aus dieser Zeit bleiben dem Hund besonders nachhaltig im Gedächtnis. Hat der Jack Russell hier negative Assoziationen mit Situationen oder Menschen gemacht, lassen sich diese später oft nur schwer wieder ausmerzen. 
  • Erziehungsstil. Die Ausbildung sollte ohne Strafen oder gar Schläge auskommen. Zwar kann der Hund getadelt werden (Pfui / Aus / Nein) aber Training, welches auf positiver Verstärkung beruht, ist immer zu bevorzugen. Wer auf harte Erziehungsmaßnahmen zurückgreif, riskiert Vertrauensverlust, Aggressivität und andere unschöne Charaktereigenschaften.
  • Haltungsbedingungen. Lebt der Terrier mit weiteren Tieren zusammen? Wo lebt er (Stadt/Land)? Hat der Hund Familienanschluss oder ist er viel alleine?
  • Lebensstil des Besitzers und Aktivitätsgrad. Gemütliche Gassirunden, Hundesport, Jagdarbeit?
  • Sozialisation des Hundes. Kennt er Menschen aller Altersklassen, andere Haus- oder Wildtiere? Hat er Kontakt zu Artgenossen?
  • Auslastung des Hundes. Gibt es neben Spaziergängen auch noch andere Aktivitäten? Hunde, die zu wenig beschäftigt werden oder zu wenig mentale Herausforderungen erhalten sind oft unzufrieden und entwickeln Unarten/Ersatzverhaltensweisen.
  • Gesundheitszustand. Die körperliche und mentale Verfassung hat durchaus Einfluss auf den Charakter eines Hundes. Schmerzen können auch den liebsten Vierbeiner zum Beißer machen, Juckreiz macht den Hund evtl. nervös oder leicht reizbar, geistige Unterforderung endet in unerwünschten Verhaltensweisen etc.
  • Rassespezifische Bedürfnisse. Der Jack Russell ist ursprünglich eine Jagdhundrasse. Darum stellt sie Besitzer oft vor Herausforderungen. Vierbeiner, die ihren Anlagen entsprechend beschäftigt werden, sind oft ausgeglichen und zufriedener.

Damit sich der Charakter Deines Hundes entfalten kann, musst Du nicht nur auf wesensfeste Elterntiere achten, sondern von Anfang an mit Deinem Terrier arbeiten und ihn erziehen. Jagdtrieb oder übertriebenes Schutzverhalten muss in geregelte Bahnen gelenkt werden. Impulskontrolle ist wichtig und eine Hundeschule wirklich stets eine gute Idee. 


Gibt es Charakterunterschiede zwischen Rüde und Hündin?

Die Unterschiede sind sicherlich nicht so groß, als das sie tatsächlich ins Gewicht fallen. Zwar gibt es einige Eigenschaften, die kommen etwas vermehrt bei Rüden (z.B. das Markieren) oder bei Hündinnen (z.B. ordnet sich eher unter) vor, allerdings können solche Aussagen nicht pauschalisiert werden. 

Jeder Jack Russell hat seinen ganz individuellen Charakter und den kennt der Züchter am besten. Gehe also nicht mit dem Ziel in die Zuchtstätte, eine verschmuste und leicht erziehbare Hündin zu erwerben, sondern frage lieber den Züchter nach den Wesensmerkmalen der Welpen. Eine Hündin kann durchaus dominante Züge haben und ein kleiner Hundebub stattdessen unterwürfig und kuschelbedürftig sein. 

Stell Dich nicht auf bestimmte Charaktereigenschaften ein, nur weil Du einen Rüden oder eine Hündin wählst. Es ist gut möglich, dass Du eben nicht automatisch diese gewünschten Attribute beim Vierbeiner finden wirst.

Fürs Training und die Erziehung spielt es übrigens keinerlei Rolle, welches Geschlecht Du am anderen Ende der Leine hast. An den Trainingsmethoden ändert sich dadurch nichts. 

Die Läufigkeit der Hündin

Deine Jack Russell Hündin wird ca. zweimal im Jahr läufig werden, sofern sie nicht kastriert wird. In dieser Zeit kann sich das Wesen der Jack Russell Dame durchaus ändern. Zwar merkt man einigen Kandidatinnen den Ausnahmezustand fast gar nicht an, doch viele weibliche Rassevertreter zeigen plötzlich andere Verhaltensweisen. Sie werden extrem anhänglich oder ziehen sich komplett zurück. Sie bemuttern plötzlich Spielzeug, wollen weglaufen (um einen Paarungspartner zu finden) oder werden extrem aggressiv gegenüber Geschlechtsgenossinnen. 

Zu welcher Sorte Dein Jackie-Mädchen einmal gehören wird, ist nicht abzusehen und wird sich nach 1 – 2 Hitzen herauskristallisieren. Besitzer lernen mit den “Macken” in dieser Zeit umzugehen und oft ist alles nur halb so schlimm.

Wichtig ist allerdings eine vermehrte Hygiene im Haushalt und bei der Hündin (evtl. Schutzhöschen nötig). Freilauf sollte vermieden werden oder nur in eingezäunten Gegenden erfolgen, wenn keine Rüden in der Nähe sind. Auf Spaziergängen solltest Du andere Hundebesitzer auf die Läufigkeit aufmerksam machen und darum bitten, freilaufende Hunde zurückzurufen und anzuleinen. 

Sollte Deine Hündin scheinträchtig werden, ist dies an ihrem Verhalten und mitunter auch körperlich (Milchproduktion) erkennbar. Normalerweise ist eine Scheinträchtigkeit aber kein Grund zur Beunruhigung. In schwerwiegenden Fällen ist das Gespräch mit einem Tierarzt zu suchen.

Liebestolle Rüden

Auch die Jack Russell  Herren können charakterlich plötzlich wie ausgewechselt erscheinen, wenn eine läufige Hündin in der Nachbarschaft ist. Diese Liebestollheit kann sehr unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Einige werden kreativ und versuchen zu entwischen, wenn sich eine Gelegenheit gibt oder verweigern aus Liebeskummer das Futter. Andere Rüden werden nervös und unruhig und bellen und jaulen nach der Liebsten.

Beeinflusst die Kastration das Wesen des Jack Russells?

Eine Kastration stellt einen enormen Eingriff in den Hormonhaushalt des Tieres dar. Dies hat natürlich Konsequenzen, die sich allerdings je nach Alter des Hundes unterscheiden können. 

Sexualtriebe beispielsweise, die durch eine Operation unterbunden werden sollen, können nicht immer erfolgreich unterdrückt werden. Dies ist zum Beispiel bei einer sehr späten Kastration eines Rüden oft der Fall. Dieser könnte trotzdem noch bei einer läufigen Hündin verrückt spielen und sie besteigen wollen. Wohingegen ein sehr früh kastrierter Rüde den weiblichen Artgenossen oft sehr gelassen und neutral gegenübersteht. 

Eine Kastration gilt heutzutage eher als umstritten und ist auch kein Allheilmittel bei unerzogenen Hunden, die z.B. aggressiv gegenüber Artgenossen sind. Der Eingriff ist medizinisch in den meisten Fällen sowie nicht notwendig und sollte auch nicht zu früh erfolgen. Meistens wird gewartet, bis die Tiere tatsächlich geschlechtsreif sind und Hündinnen mindestens eine Läufigkeit durchlaufen haben. Immerhin beeinflussen Hormone auch die körperliche Entwicklung sowie das Sozialverhalten.

Charaktereigenschaften des Tieres ändern sich in der Regel nicht durch den Eingriff. Einige Exemplare werden etwas ruhiger oder fressen etwas vermehrt. Bedacht werden sollte, dass es laut Tierschutzgesetz nicht erlaubt ist, einen Hund ohne triftigen Grund zu kastrieren.   

Dieser Beitrag hat 13 Kommentare

  1. Andrezza

    Hallo, ich suche ein Weibchen, das ich mit meinem Hund züchten kann. Sein Name ist Johnny, er ist ein Terrier, er ist 4 Jahre alt und wiegt 4,5 kg, kurze Beine
    Liebe Grüße
    Andrezza

  2. Joda und pepper

    Hallo ihr lieben ich bin seid den 03 10 20 Besitzer von 2 jackys män und weiblich die beiden sind am 07 08 geboren also die Abgabe war genau richtig. .. Ich hatte vor diese eine englische Bulldogge stur faul und Pascha davor hatte ich ein bullterrier. Also die Anschaffung war sehr gewagt keine frage aber ich man kann aus ein Löwe ein Engel machen und aus ein Engel ein Teufel machen ….Das mal klar geht man muss immer ruhig bleiben denn auch die kleinen haben Angst vor neuerforschung was täglich ist Grade in den ersten Monaten bis die wichtigen 10 Gebote stehen was sie dürfen und was nicht läckerchen finden alle aber die Kontrolle halten iss auch schwer wenn man in Dackel Augen schaut …Ich muss sagen das war das beste was ich in meinen leben tun konnte 2 jackys zu erziehen da fehlte zwar nur der Kinderwagen und die Pampas und den ersten 5 Wochen und der Schlaf aber Geduld hat uns zu einer coolen Gang gemacht das auch ohne Leine mit anderen doggys Rad und jogger und mit Läufern und ich brauch keine Socken einzeln zu suchen liegen alle im körbChen ….Also es ist der Mensch nicht das Tier nur Geduld dann klappt alles

    1. JackRussell.de

      Hallo Joda und Pepper!

      Was ist besser, als ein Jack Russell? Natürlich zwei!
      Schön, dass es mit der Erziehung so gut klappt und ihr zu einer coolen Gang zusammengewachsen seid. 🙂
      Die beiden müssten ja bald in die Pubertät kommen, also schön am am Ball bleiben und immer konsequent sein!
      Viel Spaß mit den beiden und liebe Grüße,
      Vanessa

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